Unsere Gegenwart

Unsere Prinzipien

Die für das Zusammenleben in der Burschenschaft prägenden Prinzipien sind seit ihrer Gründung im Jahre 1851 unverändert gültig:

 

Studienprinzip

Das Studium steht bei uns an erster Stelle. Durch ältere Bundesbrüder und “alte Herren” (Bundesbrüder im Erwerbsleben) können die jungen Mitglieder in ihrem Studium Unterstützung und Hilfestellung erfahren.

 

Lebensbundprinzip

Der Sinn unseres Bundes ist, daß Freundschaften auch über die Studienzeit hinaus Bestand haben und gepflegt werden. Dadurch wird ein generationenübergreifender Kontakt zu erfahrenen Bundesbrüdern ermöglicht, der sich am besten durch das bundesbrüderliche “DU” in der Anrede zwischen dem 18- und dem 80-jährigen versinnbildlichen läßt und wie er sonst nur in der eigenen Familie zu finden ist.

Das burschenschaftliche Prinzip

Im Zuge der Befreiungskriege gegen Napoleon seit 1813 entwickelte sich in weiten Teilen der Bevölkerung der damaligen deutschen Staaten ein Wunsch nach Einigung und Demokratisierung des zersplitterten deutschen Vaterlandes. Eine Keimzelle dieser Bewegung war naturgemäß die Studentenschaft jener Zeit, denn vor allem viele Studenten hatten im Krieg freiwillig gegen Napoleon gekämpft und die Idee eines einigen und starken Nationalstaates und der Freiheit von der Fürstenherrschaft aus dem Kampf gegen die französischen Revolutionstruppen mitgebracht. Aus diesem Impuls ging im Jahre 1815 in Jena unter dem Wahlspruch "Dem Biedern Ehre und Achtung" [Hintergrund: Wahlspruch] die erste “Ur-Burschenschaft” hervor, zu deren erklärten Zielen die Überwindung der Kleinstaaterei und der Unterdrückung freiheitlichen Gedankengutes im damaligen Deutschen Reich gehörte. Diese Forderungen stießen auf massives staatliches Mißtrauen und führten kurze Zeit später zu Verbot und Verfolgung der Burschenschaften die oftmals im Untergrund weiterexistierten. Ihren ersten Höhepunkt erreichte die burschenschaftliche Bewegung dann in der Revolution von 1848/49, wo ihre Ideale in der Paulskirchenverfassung Niederschlag fanden und sich vielfach auch im heutigen Grundgesetz widerspiegeln. Für die Gegenwart bedeutet die Tradition des burschenschaftlichen Prinzips für uns, sich des hohen Gutes der freiheitlich demokratischen Grundordnung unseres Landes bewußt zu sein, als Staatsbürger an ihr teilzuhaben und sie verantwortungsbewußt mitzugestalten und zu fördern.

Das christliche Prinzip - Christianum

Der christliche Glaube bildet in Europa seit Jahrhunderten den Hauptpfeiler der kulturellen, ethisch-moralischen Entwicklung. Es verpflichtet uns zu Nächstenliebe, Toleranz, der Achtung der Freiheit der Anderen und hält uns zu einem bewußten und aufrechten Lebenswandel an.

Die Gründerväter der Burschenschaft Germania verwarfen, geleitet von diesen Idealen, das Duell und die Mensur (studentisches Fechten) als diesem Grundprinzip widersprechend bereits mit der Gründung der Burschenschaft 1851. Zu einer Zeit also, als beides noch prägende Alltagskultur der Studentenschaft war. Christliche Sittlichkeit sollte statt dessen ein bestimmendes Element der jungen Verbindung bilden und so zur Reifung der jungen Studenten beitragen.

Traditionell verlangen wir von unseren Bundesbrüdern kein Glaubensbekenntnis jedoch ein ernsthaftes Bemühen um den christlichen Glauben. Im Rahmen der Semesterveranstaltungen bietet sich ausreichend Möglichkeit zu Information und Diskussion im Rahmen von Vorträgen und dem Angebot gemeinsamer Gottesdienstbesuche.

 

Mäßigkeitsprinzip

Trinkzwang oder ähnliche Exzesse sind uns wesensfremd.

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